Goldstern

Über Sandra Fabri

und ich bringe dich sicher durch den Wald.

Sandra Fabri im Wald, in einem grünen Leinenkleid zwischen Buchen

Ich bin Sandra Fabri

Seit vielen Jahren begleite ich Menschen ein Stück auf ihrem Weg – mit Symbolarbeit, am Feuer, im Kreis der Jahreszeiten. Ich kenne die Pfade und die Lichtungen. Verlaufen wirst du dich nicht.

Ich arbeite mit Kinderastrologie als Symbolsprache, mit Märchen und mit Naturkunst – für alle, die Kinder ein Stück begleiten: Eltern, Großeltern, Fachkräfte, mit Kindern und inneren Kindern.

Ich habe mich oft im Wald verlaufen oder bin vom Weg abgekommen, wie beim Rotkäppchen. War Blumenpflücken oder habe vergessen wohin ich wollte. Deshalb kenne ich jede Ecke in meinem Wald.

Angefangen hat es im Garten meiner Oma. Ringelblumensalbe, Fichtenhonig, Brennnesseltee aus ihrem eigenen Beet voller Brennnesseln – bei ihr war die Natur kein Ausflugsziel, sondern der Vorratsschrank. Mein Vater hat unseren Familienbetrieb von Kittelschürzen auf Gewürze, Heilkräuter und Tee umgestellt. Natur war bei uns immer Handwerk.

Und wir haben am Waldrand gewohnt. In den Wiesen und Wäldern war ich zu Hause – sie waren meine Spielwiese, wortwörtlich.

Von meiner Oma habe ich auch die Märchen. Sie hat vorgelesen und erzählt – die Geschichten, die Mythen und die Kultur dahinter. Und sie hat mich zum Malen gebracht; sie selbst hat Aquarell gemalt.

Ihre Bilder hingen hinten an der Wand, als Deko. Zum Klavierunterricht ist sie heimlich gegangen und hat gesagt, sie gehe putzen. Weil die Künste in unserer Ahnenreihe keinen begreifbaren Wert hatten.

Das ist der Satz, den ich heute verwandle. Und das geht in beide Richtungen: nach hinten, weil ich lebe, wofür bei meiner Oma kein Platz war – und nach vorn, weil meine Tochter es von Anfang an anders vorgelebt bekommt. Sie wird es anders leben.

Zuerst habe ich Marken gebaut. Ich habe den Familienbetrieb verlassen, um in Stuttgart staatlich geprüfte Grafikdesignerin zu werden. Später kam nebenberuflich das Bachelor-Studium dazu – und parallel die eigene Agentur: erst fabridesign, ab 2016 das Drachenschiff – Markenagentur für neue Wege. Meine Arbeit war, den Kern einer Sache zu finden und ihn erlebbar zu machen. Mit Symbol, Bildwelt und für alle Mitarbeiter. Spezialisiert war ich auf Employer Branding. Für die Stadt Mössingen habe ich die Markenidentität entwickelt – den Kern „Lebendigkeit“, das Logo und die Vorgaben dazu.

Eines habe ich in dieser Zeit gelernt, und es gilt bis heute: erst der Wesenskern, dann das Logo. Von innen nach außen. Wer die Reihenfolge umdreht, bekommt etwas Hübsches, das nichts trägt.

Dann bin ich meinem Herzen gefolgt. 2018 habe ich das Drachenschiff geschlossen, weil es nicht mehr stimmig war. Ich erkannte, dass es eine alte Rebellion gegen meinen Opa war. Er war das Familienoberhaupt, und ich wäre die vierte Generation in unserem Familienbetrieb geworden. Aber ich entschied mich für den kreativen Weg und wollte ihm beweisen, dass ich es kann, dass ich durchhalte und gut genug bin.

Das war ich. Aber nicht für mich, sondern gegen mich.

Der Kampf endete, ich ließ los und war frei für das, was kommen sollte: die Astrologie und meine Kinder. Und dann hat die Astrologie mich gefunden. Oder erinnert, viel mehr – an das, was immer schon da war. Wer ich wirklich bin. Was in mir steckt.

Vieles konnte ich damit lösen und neu sehen. Vor allem einen Satz, an dem ich lange festhing: entweder Kind oder Karriere. Diesen Knoten habe ich geknackt – nicht in der Theorie, in meinem eigenen Leben.

Meine wichtigsten Lehrer sind meine Kinder. Ferdinand kam mitten hinein: während meiner astrologischen Ausbildung und mitten in der Neugründung. Mein Löwenkind, das dieselbe Tiefe hat wie ich – und mein größter Lehrer, wenn es um Gefühle und Selbstbewusstsein geht. Weil ich seine astrologischen Konstellationen kannte, wollte ich wirklich für ihn da sein und ihn im Selbstwert unterstützen. Also bin ich Tagesmutter geworden – die Qualifizierung dafür hat eineinhalb Jahre gedauert. Und während ich ihn und weitere Kinder durch den Tag begleitet habe, habe ich nebenher übersetzt – was ich sah, in Symbole; was dahintersteckte, in Bedürfnisse. So ist die Kinderastrologie Ausbildung und daraus später die Goldschmiede entstanden. Aus der Praxis für die Praxis.

Seit April 2025 ist Aurelia da, mein Widdermädchen. Sie gibt mir jeden Tag ein Bild davon, wie Humor geht und was es heißt, im Alltag einfach loszugehen.

Genau daraus ist meine Werkstatt entstanden. Die echte, die sinnbildliche und die digitale. Nicht am Schreibtisch, sondern aus dem Alltag. Das mache ich bis heute.

Und es geht weiter – zurück zu den Wurzeln. Nicht nur denken, nicht nur Theorie, wie es sonst so üblich ist. Sondern gestalten. Die eigene Schöpferkraft aktivieren. Etwas in die Hand nehmen, das bleibt. Deshalb heißt es bei mir: vom Deuten zum Gestalten.

Am 4. August 2024 stand ich im Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald. Dort kam der Tanzbär zu mir. Aus ihm ist die Märchenwerkstatt geworden – und aus der Märchenwerkstatt ein Angebot, das heute Familien, Kindergärten und Schulen als Reihe buchen können.

Wälder, Märchen, Archetypen. Im Schwedenurlaub, der seit 2019 auf meinem Vision Board klebte, hatte ich Heimweh – und ausgerechnet in der Fremde ist mir zum ersten Mal klar geworden, wo meine Wurzeln wirklich sind. Wälder. Heimat. Und unsere Märchen: die, die meine Oma mir vorgelesen hat, und die Filme, die mich seit meiner Kindheit begleiten. Die Archetypen darin geben mir bis heute Kraft und Mut. Ich glaube an die Kraft der Märchen, Magie und Wunder. Ja, ich glaube an ein Happy End und dass genau das Kinder stark macht. Egal was dir im Wald begegnet, ob Hexe oder Wolf, du kommst da raus. Du bist klug genug und hast alle Fähigkeiten dazu in dir.

Warum ich das mache. Weil ich den Schmerz kenne. „Nicht gut genug zu sein.“ „Nicht wertvoll genug“, sich alleine fühlen. Sich nicht verstanden oder nicht gesehen zu fühlen. Wie ein Außenseiter. Und darunter diese tiefe Sehnsucht nach Ankommen, nach Zuhause. Keine Show mehr für andere.

Ein Kind soll frei aufwachsen dürfen. Dafür ist Goldstern da. Und alles was ich tue.

Bekannt aus 1 Live · WDR · Schwäbisches Tagblatt

Vortrag und Mentorin: Frauen in Kultur und Medien, Deutscher Kulturrat

Mitgliedschaften

  • Mitglied im SDW – Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Landesverband Baden-Württemberg e. V.
  • Mitglied im TheaterPädagogikZentrum Baden-Württemberg e. V.